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Jusos Fröndenberg kritisieren die Diskriminierung der Gesamtschule

Montag, 22.Januar 2007 von

Fröndenberg

Am Samstag, den 20.01.2007, fand in der Bochumer Jahrhunderthalle der außerordentliche Landesparteitag der NRW-SPD statt. Dort wählte die SPD Hannelore Kraft zur neuen Vorsitzenden mit einem beeindruckenden Wahlergebnis von 95,6% der Stimmen. Die Genossinnen und Genossen feierten die neue Parteivorsitzende nach einer euphorischen Rede minutenlang mit Applaus. In der Bewerbungsrede von Hannelore Kraft machte die Fraktionsvorsitzende, der SPD-Landtagsfraktion, deutlich, dass sie für mehr Chancengleichheit und somit für mehr Gerechtigkeit in der Bildungspolitik steht.

Damit trifft Hannelore Kraft die Ansichten der Fröndenberger Jusos. Diese kritisieren die ungerechte Bildungspolitik der schwarz-gelben Landesregierung ebenfalls. Durch die verpflichtende Empfehlung der Grundschulen für die weiterführende Schule haben seit dem Jahr 2007 nicht mehr die Eltern die Entscheidung über die Schulform ihrer Kinder. Dies führt zu mehr Ungerechtigkeit in der Schulpolitik. Die aktuelle Landesregierung betreibt mit dieser unsozialen Bildungspolitik eine Klientelpolitik. CDU/FDP wollen Bildung vom Geldbeutel und der Klasse der Eltern abhängig machen. Statistisch ist es belegbar, dass die Kinder wohlhabender Familien zum Gymnasium und Kinder von finanziell Schwächeren zur Hauptschule geschickt werden. Nach Ansicht der Jusos werden so erhebliche Potenziale in der Gesellschaft nicht genutzt.

Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Fröndenberg befinden sich glücklicherweise in der Situation, dass es in Fröndenberg eine Gesamtschule gibt. Zu dieser Schule gehen die Kinder unterschiedlicher Klassen, Kulturen und mit unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten. Somit ist in Fröndenberg die Bildung weniger abhängig vom Status der Eltern als in Kommunen ohne Gesamtschule. Dass das Gesamtschulsystem der Landesregierung ein Dorn im Auge ist, zeigen CDU/FDP täglich in ihrer Schulpolitik.

Schon im Landtagswahlkampf sagte der jetzige Ministerpräsident Jürgen Rüttgers in einer Diskussion u.a. mit Alexander Rehmeier, dass die CDU die Gesamtschulen abschaffen und zu Hauptschulen umwandeln möchte. Dieses Vorhaben lehnen die Fröndenberger Jusos energisch ab und fordern stattdessen den Ausbau der Gesamtschullandschaft. Dass die aktuelle Landesregierung die Gesamtschule benachteiligt zeigen folgende Punkte:

- In dem Gutachten der Grundschulen für die weiterführende Schule kommt die Gesamtschule als Empfehlung nicht mehr vor

- Die Gesamtschulen werden im Gegensatz zu anderen Schulformen mit weniger Lehrkräften ausgestattet

- Die Gesamtschulen bekommen 33% weniger Fördermittel für Ganztagsschulen als Hauptschulen

Die Jusos Fröndenberg verurteilen die schlechtere Stellung der Gesamtschulen durch die Landesregierung und fordern ein gerechteres, integriertes Schulsystem mit mehr Lehrkräften, besserer finanzieller Ausstattung und mehr Förderung der Ganztagsgesamtschulen. Auch erwarten die Jusos von der Landesregierung, dass die Zielsetzung, die Gesamtschule abzuschaffen, aufgegeben wird und das die CDU/FDP ihre ideologischen Grabenkämpfe aufgibt und einem integrierten Schulsystem eine Chance einräumt.

Nachdem die NRW-SPD Hannelore Kraft als neue Vorsitzende wählte, gratulierte der SPD Parteivorsitzende Kurt Beck der neuen Landesvorsitzenden und hob in seiner Rede die Bedeutung des größten Landesverbandes hervor.

Die Jusos Fröndenberg freuen sich über die bildungspolitischen Schwerpunkte die Hannelore Kraft verfolgt. Insbesondere loben die Jusos, dass die neue Parteivorsitzende die Studiengebühren abschaffen und mit einem sozialen Arbeitsmarkt die Arbeitslosigkeit bekämpfen möchte.

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