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Jusos im UB Unna solidarisieren sich mit den Nokia-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

Mittwoch, 23.Januar 2008 von

Unterbezirk

Mitglieder des Juso-Unterbezirks reisten am Dienstag nach Bochum zur Großdemonstration, um gegen die geplante Schließung des Nokia Werks zu demonstrieren. Über 15000 Demonstranten solidarisierten sich mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und forderten den Erhalt des rentablen Standortes in Deutschland. Nach Ansicht der Jusos im UB Unna ist das brutale Vorgehen des Nokiamanagements an sozialer Kälte nicht mehr zu übertreffen. Der Standort Bochum, der seit Jahren für das Unternehmen Nokia hohe Gewinne erwirtschaftet, soll geschlossen werden, um die Gewinne noch weiter zu maximieren. Zurück bleiben tausende Beschäftigte bei Nokia und vielen Zuliefern. „Was hier im Moment bei Nokia passiert hat nichts mehr mit sozialer Marktwirtschaft zu tun“, kritisiert der Juso-Unterbezirksvorsitzende Alexander Rehmeier die Pläne der Nokia-Führung.

Begründet wird die Schließung des Produktions- und Forschungsstandortes mit hohen Lohnkosten. In der Realität machen in Bochum die Kosten für Löhne und Gehälter gerade 5% der Gesamtkosten aus. Um diese weiter zu reduzieren, soll das Werk nach Rumänien und Ungarn verlagert werden.

Zusammen mit den Jusos demonstrierte eine Vielzahl von Verbänden, Gewerkschaften und Parteien und setzten ein Zeichen für Geschlossenheit gegen die Nokiapläne. Auch verurteilen die Jusos die ungezügelte und millionenschwere Subventionsmitnahme der Nokiaführung, bevor sie unangekündigt die Mitarbeiter auf die Straße setzen.

Eine Mitarbeiterin machte die katastrophale Lage deutlich und beschrieb, dass die Belegschaft in diesem Frühjahr eine Gewinnbeteiligung für die gute Arbeit und die hohen Umsätzen zusammen mit der Kündigung erhalten wird.

Die Jusos im Kreis Unna solidarisieren sich weiterhin mit den Angestellten des Nokiawerks und schicken Protestpostkarten nach Finnland, um die Nokiaführung zum Umdenken zu bewegen.

Sollte Nokia bei den Plänen der Schließung bleiben, sprechen sich die Jusos für einen Boykott aller Nokiaprodukte aus. „Wer in Deutschland hohe Gewinne erwirtschaften möchte, muss auch soziale Verantwortung übernehmen. Nicht umsonst steht im Grundgesetz: Eigentum verpflichtet!“, begründet Alexander Rehmeier den Boykottaufruf. Nach Ansicht der Jusos hat Nokia, bei Schließung des Standortes Bochum, kein Recht in unserer Region weiter Gewinne zu erzielen.

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