JUSOS / Stadtverband Unna / Weihnachtsgruß
24. Dezember 2009 um 15:54 | In Unna | von UNjusos | Keine KommentareDie Jusos des Stadtverbandes Unna wünschen allen Besuchern dieser Seite ein frohes Fest und einen guten Rutsch in das Jahr 2010! Ein erlebnisreiches Jahr neigt sich dem Ende zu und wir können stolz auf viele Aktionen, Wahlkämpfe und Veranstaltungen zurückblicken.
Auch im kommenden Jahr erwarten uns wieder viele neue politische Herausforderungen. Sowohl unsere Klausurtagung, der NRW- Wahlkampf als auch viele neue Vorträge und Veranstaltungen sind an dieser Stelle als anstehende Termine in 2010 zu nennen. Lasst uns die Feiertage dazu nutzen, Kraft zu schöpfen, um frisch motiviert und voller Tatendrang ins neue Jahr zu starten.
Freundschaft!
Eure Jusos Unna
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Der schönste Tag im Leben … Ach wie schön!!!
8. Dezember 2009 um 15:52 | In Unterbezirk | von Kerstin | Keine KommentareGirls´Day: Mein Tag im Schulministerium
Von Sonja Rieckmann
5:00 Uhr- mein Wecker klingelte. Voller Elan sprang ich aus dem Bett. Heute störte mich das frühe Aufstehen überhaupt nicht, ich freute mich geradezu auf den lauten, durchdringenden Ton, den ich sonst so hasste. Ich lief in die Küche, verschlang mein Frühstück. Dann das übliche morgendliche Programm: Duschen, Zähneputzen, Anziehen. Schon eine halbe Stunde vor meinem bisherigen Fertig-mach-Rekord stand ich geschniegelt und gestriegelt vor der Haustür.
Berufswunsch: Schulministerin
Mein Verhalten hatte einen Grund, einen ganz besonderen Grund: Heute war ein Tag, den ich niemals vergessen würde. Heute hatte ich die Chance, Barbara Sommer, NRWs Ministerin für Schule und Weiterbildung, einen Tag bei ihren Amtsgeschäften zu begleiten. Für mich die Erfüllung eines langjährigen Wunsches und mehr, als ich mir erhofft hatte, als ich meine etwas unkonventionelle Bewerbung absendete. Ich hatte geschrieben „Ich will nicht Deutschlands neuer Superstar oder Germany’s Next Topmodel, sondern, in einigen Legislaturperioden, NRWs Ministerin für Schule und Weiterbildung werden.“ Dieser erste Satz, ein maßgeblicher Grund für meine Praktikumszusage, wie ich später erfuhr.
Ich drängelte. Meine Mutter sollte sich beeilen. Schließlich wollte ich unbedingt schnell nach Düsseldorf, ja keine wertvolle Minute verschwenden. Von der Fahrt zu unserer Landeshauptstadt bekam ich nicht viel mit, zu sehr war ich in Gedanken schon dort. Unterwegs ein Polizeiwagen nach dem anderen. Ich wunderte mich. Was machten die ganzen Beamten hier? Sollten so viele Polizisten tatsächlich tagtäglich routinemäßig die Ministeriumsgegend überwachen? Das konnte ich mir nicht vorstellen. Ein Minister mit Polizeischutz ist nicht gerade volksnah. Schon bald beantwortete das Radio meine Frage: Heute begann der Prozess gegen die bekannten „Sauerland-Terroristen“ im nahegelegenen Oberlandesgericht. Das alles weckte nicht mein Interesse, zu gespannt war ich auf die nahende Begegnung mit Ministerin Sommer, meinem Vorbild seit meinem 12. Lebensjahr. Ich käme wohl vom Mars – das war die Reaktion meines Geschichtslehrers auf ein solches Idol. Als junges Mädchen müsste man Popstars als Vorbild haben, aber doch bestimmt keine Politiker. Trotzdem ließ ich mich von meinem Ziel, Schulministerin zu werden, nicht abbringen.
Endlich war es soweit, meine Mutter parkte das Auto am Bürgersteig. Schnell verabschiedete ich mich und ging los. In der Einfahrt zum Parkplatz, wieder ein Polizeiwagen. Und dann sah ich es: Das Ministerium für Schule und Weiterbildung. Komplett verglast, zwischendurch farblich abgesetzte Fenster, ein architektonisch wertvolles Gebäude durch und durch. Entschlossen öffnete ich die Eingangstür. Vor mir: Treppen und ein Schild mit der Aufschrift Anmeldung und einem Pfeil, der nach links zeigte. Für mich war klar: Dort musste ich hin. Noch ehe ich das kleine Büro erreichte, kam eine freundliche Dame heraus. Ich stellte mich vor, sagte ihr, worum es ging, sie rief bei meinem Ansprechpartner an, ich wurde abgeholt und ins Vorzimmer der Ministerin gebracht. Ich sollte doch noch einen Augenblick Platz nehmen, Frau Sommer wäre gleich für mich da. Meine Spannung stieg, ich war aufgeregt. Gleich war es soweit, gleich würde ich sie treffen. Ich hatte nicht lange gewartet, trotzdem kam es mir vor, wie eine Ewigkeit. Plötzlich ging die Tür auf. Da war sie: Barbara Sommer. Ich hatte viel über sie gelesen, wusste, dass sie 60 Jahre alt und evangelisch ist, fünf Kinder hat, selbst lange Zeit Lehrerin, später dann Rektorin, Schulrätin und Schulamtsdirektorin war. Sie hat viel für NRW getan, zahlreiche Änderungen in der Schulpolitik herbeigeführt.
Mit einem freundlichen „Wo ist unsere zukünftige Ministerin?“ begrüßte sie mich, gab mir die Hand, bat mich in ihr Büro. Ich war fasziniert. Das Zimmer war groß, komplett in grau und schwarz gehalten. Links ihr Schreibtisch, rechts eine Sitzecke mit Ledersesseln und Glastisch, neben der Tür Flaggen von NRW, Deutschland und Europa. Das Ministerialbüro – edel, freundlich, einladend. Ministerin Sommer zeigte mir ihren Tagesplan: an Feierabend vor 21.00 Uhr ist für sie nicht zu denken. Dann steht noch die Heimfahrt nach Bielefeld an. Ein ganz schön langer Tag. Wir unterhielten uns noch eine Weile über dies und das. Dann bekam auch ich einen festen Terminplan von Herrn Dr. Günnewig, Leiter des Büros der Ministerin und mein Ansprechpartner für den heutigen Tag. Keine Pausen, Hetzjagd von einem Termin zum nächsten, schließlich sollten mir die tatsächlichen Arbeitsbedingungen einer Ministerin simuliert werden. Ich traf Herrn Keferstein, Referatsleiter Realschulen/ Europaschulen, der gerade intensiv den bevorstehenden Realschultag plante, lernte aus dem Büro der Gleichstellungsbeauftragen Frau Klein-Uerlings kennen und erfuhr dort viel über „Reflexive Koedukation“.
Besuch im Landtag: Einmal da stehen, wo sonst nur Regierungschefs Platz nehmen
Dann stand ein weiteres Highlight des heutigen Tages an: Ich durfte, gemeinsam mit Herrn Dr. Günnewig, den Landtag besuchen. Eine kurze Führung durch das lichtdurchflutete Gebäude stand auf dem Programm. Wir liefen vorbei an politisch-interessierten Führungsteilnehmern, schauten uns eine Galerie der Ministerpräsidenten an und lauschten einem Interview. Endstation unserer „Landtagstour“ war das Empfangszimmer. Ich war gespannt, wie pompös es eingerichtet ist, schließlich kehren hier Staatsoberhäupter aus aller Welt ein. Langsam öffnete sich die massive Holztür. Sie gab einen Anblick frei, der meine Erwartungen um einiges übertraf. Komplett verglaste Front mit Blick auf den Rhein, dunkler Holzboden, schwarze Ledergarnitur und das waren nur wenige der zahlreichen Hingucker in diesem Zimmer. Ich erfuhr, dass hier sogar schon die Queen gesessen hat. Für mich unvorstellbar: ich, eine 14-jährige Dortmunder Schülerin, stand auf dem Fleckchen Erde, auf dem schon zahlreiche Regierungschef gestanden haben, stand an dem Pult, an dem viele berühmte Persönlichkeiten ins goldene Buch schrieben. Zur Erinnerung ein Foto von mir.
Dann stand der Besuch des Krefelder Fichte-Gymnasiums gemeinsam mit Frau Sommer an. Hier fand die Auftaktveranstaltung zum Projekt „Zeitschriften in die Schule“ statt. Ziel dieser bundesweiten Aktion ist es, Schülerinnen und Schülerinnen das Zeitschriftenlesen näher zubringen, sie für das Lesen, als „Schlüssel zum Wissen“, zu begeistern. In der Aula der Schule herrschte munteres Treiben, man erwartete Frau Sommer bereits gespannt. Zwischendurch noch ein Lob von der Ministerin an den Hausmeister der Schule. Ohne ihn würde nichts laufen. Da hat sie Recht. Eine kurze Begrüßung durch die Rektorin gefolgt von Frau Sommers Rede. Ich hatte mich lange darauf gefreut, sie einmal in Aktion zu erleben, sie einmal reden zu hören, zu sehen, wie sie mit Schülern umgeht, wie sie sich in der Öffentlichkeit verhält und präsentiert.
Völlig souverän erzählte Ministerin Sommer einige Zeit frei, bezog die Kinder mit ein, hielt Blickkontakt, auch zu den seitlich von ihr sitzenden Schülerinnen und Schülern. Ihre Rede war überhaupt nicht langweilig, im Gegenteil, auch die Jugendlichen und Kinder hörten gefesselt und gebannt zu. Sie berichtete aus ihrem persönlichen Erfahrungshorizont, erzählte mit Witz und Charme. Barbara Sommer – so, wie sie leibt und lebt. Es folgten weitere Reden, sowie einige auflockernde Programmpunkte der Schülerinnen und Schüler. Frau Sommer stets sehr volksnah, immer in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen. Nach der Heimfahrt führte ich noch einmal ein Gespräch mit Frau Ministerin, auch mit ihr bekam ich ein Erinnerungsfoto. Der bisher aufregendste, aber schönste Tag meines Lebens ging zu Ende.
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